Fachanwalt für Informationstechnologierecht

Ein Fachanwaltstitel wird von einem Fachausschuss der zuständigen Rechtsanwaltskammer nur denjenigen Rechtsanwälten verliehen, die besondere Kenntnisse und Erfahrungen in dem jeweiligen Rechtsgebiet erworben haben, § 43c Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO).

Vorraussetzung für den Erwerb des Fachanwaltstitel ist zunächst, dass ein Rechtsanwalt innerhalb der letzten 6 Jahre vor Antragstellung mindestens für 3 Jahre als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin zugelassen war, und nachweisen kann, dass auf dem jeweiligen Rechtsgebiet besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen erlangt wurden.

Als Nachweis der besonderen theoretischen Kenntnisse ist für Rechtsanwälte u.a. die Teilnahme an einem mindestens 120 Stunden umfassenden Fachanwaltkurs bei einem akkreditierten Ausbildungsinstitut erforderlich. Der Fachanwaltkurs beinhaltet schriftliche Leistungskontrollen, zudem muss nach Verleihung des Fachanwaltstitels jedes Jahr ein Fortbildungsnachweis von mindestens 15 Stunden bei einem akkreditierten Fortbildungsinstitut bei der jeweiligen Rechtsanwaltskammer vorgelegt werden.

Außerdem ist es nach der Fachanwaltsordnung (FAO) für die Verleihung eines Fachanwaltstitels für Rechtsanwälte Voraussetzung, dass der Nachweis einer bestimmten Mindestanzahl von selbst bearbeiteten, praktischen IT-Fällen in mehreren Unterfachgebieten von den Rechtsanwälten persönlich durchgeführten rechtsförmlichen/gerichtlichen Verfahren erbracht werden muss.

Laut Erhebung der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) sind für das Jahr 2017 in bundesweit 556 (Kammerbezirk Berlin: 50) Rechtsanwälte berechtigt, den Titel Fachanwalt  für Informationstechnologierecht zu führen.